Ein Haus, drei Frauen, ein Vermächtnis des Mutes
Seit 1945 ist das Haus Françoise Montague nicht nur eine Geschichte der Schmuckkreation, sondern vor allem eine Geschichte von Frauen. Frauen voller Unabhängigkeit, Vision und Leidenschaft, die sich nacheinander den Staffelstab weiterreichten, um einen inzwischen legendären Namen lebendig zu halten. Von der avantgardistischen Gründerin über die unermüdliche Wegbereiterin, die die Marke international bekannt machte, bis hin zur jungen Ingenieurin, die zur Hüterin dieses Erbes wurde, erzählt sich hier in drei Akten die Geschichte einer außergewöhnlichen Weitergabe – einer Geschichte, in der Pariser Eleganz stets mit Freiheit einherging.
1945 – DIE GRÜNDUNG
Im Fahrwasser einer Zeit im Wandel wird das erste Kapitel des Hauses geschrieben – geprägt von einer Frau außergewöhnlichen Formats: Françoise Montague.
Als visionäre Gestalterin begnügt sie sich nicht damit, ihre Marke zu gründen; sie haucht ihr ihre Seele ein und gibt ihr ihren Namen. Françoise verkörpert die Modernität der Nachkriegszeit. Während die gesellschaftlichen Sitten für ihre Zeitgenossinnen noch einengend sind, behauptet sie eine seltene und faszinierende Unabhängigkeit: Sie führt ihr Unternehmen mit sicherer Hand, fährt ihr eigenes Auto und raucht mit lässiger Eleganz.
Doch hinter dieser avantgardistischen Persönlichkeit verbirgt sich eine bewegende Geschichte – die eines von der Geschichte zerstörten Liebesglücks. Der Name „Montague“, den sie so stolz trägt, ist in Wirklichkeit der ihres ersten Ehemanns, der im Zweiten Weltkrieg als Held im Widerstand fiel. Zu seinem Andenken versprach sie ihm feierlich, diesen Namen für die Signatur all ihrer Schmuckstücke beizubehalten und so seine Erinnerung unsterblich zu machen. Ein Versprechen bedingungsloser Liebe und Treue, das auch mehr als achtzig Jahre später im Herzen jeder Kreation nachklingt.
1978 – DER NEUBEGINN
Das Schicksal des Hauses nimmt Ende der 1970er-Jahre eine neue Wendung, getragen von der Tatkraft und dem Instinkt einer jungen Frau: Marion Stern. Als Marion von Françoise Montagues Ruhestandsplänen erfährt, ist sie erst 21 Jahre alt, als sie beschließt, unterstützt von ihren Eltern, das kleine Atelier mit neun Mitarbeitenden zu übernehmen, das damals in der Rue du Faubourg Saint-Honoré ansässig war.
Trotz ihrer Jugend hat sie bereits eine ambitionierte Vision für die Marke. Angetrieben von ihrem Expansionsdrang, nimmt sie schon bald die Produktion für den internationalen Export auf und eilt unermüdlich zu den renommiertesten Fachmessen – von New York über Paris bis Tokio.
Die Krönung dieses Wagemuts folgt 1998, als sie die legendäre Boutique in der Rue Saint-Honoré 231 eröffnet und das Kreativatelier klugerweise im Obergeschoss einrichtet, um das handwerkliche Können so nah wie möglich bei den Kundinnen zu bewahren. Als geschmackvolle und leidenschaftliche Frau verwandelt Marion dieses Schmuckkästchen nach und nach in eine wahre Schatzkammer. Neben den prachtvollen Kreationen des Hauses beginnt sie, die Vintage- und zeitgenössischen Designerstücke zu verkaufen, die sie zutiefst bewundert. Von der Poesie einer Line Vautrin über die Eleganz von Chanel bis hin zur Fantasie von Ciléa wird das Sortiment der Boutique immer vielfältiger und sie zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für Liebhaberinnen seltener Stücke.
2023 – DIE KONTINUITÄT
Das Vermächtnis dieser Reihe charakterstarker Frauen findet heute in der Person von Rebecca Mamou-Stern seine natürliche Fortsetzung. Im Jahr 2023 beobachtet die damals 31-jährige Ingenieurin mit klar vorgezeichnetem Werdegang, wie ihre Mutter Marion Stern den wohlverdienten Ruhestand anstrebt.
Nach sieben intensiven Jahren im hektischen Börsenhandel kann Rebecca sich nicht damit abfinden, dass das Lebenswerk – die Seele von Françoise Montague – verkauft wird oder verschwindet. Aus dieser tiefen Verbundenheit heraus trifft sie die mutige Entscheidung, die Adrenalinausschüttung der Handelssäle hinter sich zu lassen und die Leitung des Familienunternehmens zu übernehmen. Seit nunmehr drei Jahren verbindet sie das Erbe eines einzigartigen Know-hows mit der Gründlichkeit ihrer Ausbildung und findet mit einer konsequent zukunftsorientierten Vision ihren eigenen Weg.
Im Bewusstsein der Herausforderungen ihrer Zeit gestaltet sie den Übergang des Hauses ins digitale Zeitalter. Mit der Einrichtung des allerersten E-Commerce-Webshops der Marke öffnet sie die Türen der Pariser Boutique für die ganze Welt und ermöglicht es, diese Talismane außerhalb der 231 rue Saint-Honoré zu erwerben. Ein neues Kapitel, das beweist, dass Kühnheit und Leidenschaft bei den Frauen, die Françoise Montague führen, endgültig unsterblich sind.
